Chorraumfenster




Gedanken zur Neugestaltung 15 Buntglasfenster der Pfarrkirche St. Martin, Rhaunen

Fenster 1, Fenster 2
Die Konturen des Teppichmusters der alten Bleiverglasung werden in das Antikglas geätzt, ebenso auf Hebräisch Textfragmente: „Sh’m’a Jisrael Elohenu Ehad“ (Höre Israel, unser Gott
ist der einzige Gott) und „’ehje 'ascher 'ehje“ (Ich bin der „Ich-bin-da“)
Die ersten 13 Kapitel des Buches Genesis dienen als theologische Vorlage für die Gestaltung
beider Fenster. Es handelt sich um die Geschichte der Urväter des Volkes Israel. Gott schließt einen Bund mit ihnen und mit ihren Stämmen und nimmt an ihrem Leben teil.

Fenster 3
Das Meerwunder (Ex, Kap. 14 ff) nimmt hier die räumliche und die theologische Mitte der Gestaltung ein. In der Teilung des Meeres, die deutlich zu erkennen ist, hat die christliche Überlieferung eine Vorausdarstellung des Heils gesehen. Die gelben Lasuren bilden ein Pendant mit der strahlenden Kraft der gelben Farbe des Fensters, das gegenüber liegt, das der Auferstehung gewidmet ist. Beide Abbildungen verkünden den Sieg über den Tod.

Fenster 4
Hier steht die Wüstenwanderung im Mittelpunkt. Das goldene Kalb (Ex 32,1 ff) wird gebaut, der Bund mit Jahwe zerrissen.

Fenster 5
Das Schriftstück „Erneuerung des Bundes“ (Ex 34, 1 ff. ) liegt dem Motiv dieses Fensters zugrunde.

Fenster 6, Fenster 7
Diese Fenster sind den Propheten gewidmet, die die Hauptträger der Offenbarung Jahwes sind. Alle haben eins gemeinsam: die Messiaserwartungen.

Fenster 8
Der Messias wird geboren. Er ist eins mit dem Vater und mit dem Heiligen Geiste. Das Mysterium der Dreifaltigkeit nimmt farbige Gestalt an: glühendes Rot und strahlendes Gelb als Sinnbild des Lebens und der Liebe, die das Wesen der Trinität charakterisiert. Dieses Fenster bildet die Spitze des imaginären Dreiecks, das entstehen würde , wenn wir dieses Bild mit dem des Meerwunders und dem der Auferstehung verbinden würden. Die Fülle des lebendigen Gottes, die uns das ewige Leben verspricht, durchdringt das Symbol der Transzendenz.

Fenster 9, Fenster 10, Fenster 11
Das Wirken Jesu findet in der überwiegenden Farbe Weiß seinen gestalterischen Akzent . Gemäß der katholischen Tradition steht die Licht-Farbe für die Vergegenwärtigung der Vollkommenheit Gottes, die in Jesus seinen besten Ausdruck findet. Das wird von den
Textfragmenten aus dem Prolog des Johannes-Evangeliums betont.

Fenster 12
Martyrium, Tod.

Fenster 13
Auferstehung.

Fenster 14, Fenster 15
Verbreitung der Frohbotschaft: ein Prozeß, der heute noch nicht abgeschlossen ist.