Buntglasfenster der Evangelischen Kirche Wiesbaden-Kloppenheim, 2001

Die drei Buntglasfenster des Chorraums der Evangelischen Kirche in Wiesbaden-Kloppenheim stellen die Werdung von Gott als Schöpfer bis zum Vollender in Christus hin dar. Letztlich vereinigen sich Gott, Christus und der Mensch.

Das dominierende Weiß – Mischung aller Lichtfarben – im ersten Fenster steht für das Göttliche Element. Hier wird mit verschiedenen Weiß- und Graustufen, unterschiedlichen Strukturen und Farbübergängen gearbeitet. In den klar geordneten horizontalen Räumen des ersten Fensters wird der Schöpfungsprozeß dargestellt, der sich zum fünften und sechsten Tag hin in seiner Komplexität steigert.

Der Schöpfungsvorgang ist förmlich zu spüren. Dies wird einmal unterstrichen durch das Material, das stärker bearbeitet wird. Es wird geätzt, gespritzt, bemalt, mehrfach zwischengebrannt und dann in Blei gefasst. Unterstützt wird diese Wirkung auch durch farbige Impulse. Die kraftvollen Farben Rot, Grün und Blau entwickeln sich hin zum Kreuz im mittleren Fenster hin. Sie zeigen symbolisch das Wirken Gottes, wie es im Schöpfungsbericht im ersten Buch Moses dargestellt wird. Schwarz als Mischung aller Farben steht für die Dynamik der Schöpfungshandlung, diese Aktivität, die Spuren und Materie hinterlässt.

Im mittleren Fenster setzen sich die bereits im linken Fenster entstehenden Gelbtönen fort. Sie steht für Lebenskraft, Sonne, Wärme, für die Nähe zu Christus, für Hoffnung, Sieg über den Tod. Die Farbe nimmt den Kirchen-Besucher mit in die zentrale Aussage des Fensters hinein. Die Vollendung in Jesus Christus, in dem aus dem Nichts entstehenden Kreuz.

Die horizontalen Linien der Schöpfung werden weitergeführt bis ins rechte Fenster hinein. In dessen Umrandung setzt sich die Schöpfung in all ihren farbigen Aspekten fort, während die weißen Felder im unteren Bereich das Kreuz stabilisieren und dem Betrachter versichern, in Gottes Händen zu sein. Er selbst trägt das Kreuz.

Rote Impulse, die von oben ins Kreuz hinein ragen, verdeutlichen das Martyrium Christi. Seine Todesangst zeigt sich in der von oben nach unten
das Kreuz durchlaufenden schwarzen Linie. Die aus der Fläche kommenden diffusen Farben werden mittels graphischer Elemente gehalten. Klare Kanten und deutliche Farbgrenzen geben der Komposition Halt.

Der erlöste, befreite Mensch kann sich an der Schönheit der Schöpfung erfreuen. Er ist erfüllt von Wärme, Sonne, Glück (gelbe Farbe). Die Vollendung zeigt sich auch in harmonisch, ruhigen Farbüberlagerungen. Mit diesem Fenster öffnet sich der Zyklus zum Kirchenraum hin und lädt zu seiner originären Funktion – zur Huldigung Gottes – ein.